Edith-Stein-Kreis Göttingen e.V.

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Edith-Stein-Preis  

Die Preisträger   

   
aus den Statuten zur Preisvergabe   

Die Verleihung des mit 5000,- Euro dotierten Preises würdigt über nationale, 
konfessionelle und religiöse Grenzen hinweg Persönlichkeiten, Gruppierungen 
und Institutionen, die sich durch "Grenzüberschreitungen" in ihrem sozialen, 
politischen und gesellschaftlichen Engagement in hervorragender Weise 
ausgezeichnet und bewährt haben.


Der Preis wird seit 1995 alle zwei Jahre verliehen. Das Kuratorium des Vereins bestimmt den Preisträger oder die Preisträgerin. Es besteht aus Personen des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in Göttingen. Den Statuten des Vereins nach soll das Preisgeld in Absprache mit dem Preisträger einer Einrichtung zugute kommen, die in ihrem sozialen, kulturellen oder gesellschaftlichen Einsatz  hervorsticht und grenzüberschreitend im Sinne Edith Steins tätig ist.  
  
Neben dem Preisgeld wird die Preisträgerin oder der Preisträger    
mit einer Medaille mit einem Bild Edith Steins gewürdigt.  

    
Die Preisträger   

2015-  Bischof Norbert Trelle und das Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen  
         
(Texte und Fotos der Preisverleihung)

 dass Edith Stein - sich nach der Reichspogromnacht 1938 gezwungen sah, den Kölner Karmel zu verlassen und nach Echt in den Niederlanden überzusiedeln und - 1942 vor den Nazis in die Schweiz flüchten wollte, stellen wir den Edith-Stein-Preis 2015 unter die Themen „Flucht und Migration“. Im Gedenken daran,

Wir verleihen den Preis zu gleichen Teilen an - Bischof Norbert Trelle, Hildesheim und an - das Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen.

Bischof Norbert Trelle war seit seiner Weihe als Weihbischof in Köln 1992 Bischofsvikar für die ausländischen Katholiken. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er u.a. Mitglied der Migrationskommission, seit 2010 als Vorsitzender. Selbst Flüchtling nach dem 2. Weltkrieg ist die Sorge für Fremde und Flüchtlinge für Bischof Trelle lebensbegleitend. Neben der Seelsorge für Migranten und Flüchtlinge ist es ihm ein besonderes Anliegen, diesen Menschen eine Stimme zu verleihen und für sie in Kirche, Gesellschaft und Politik einzutreten. 
Der Edith-Stein-Kreis würdigt dieses unablässige und unbeirrbare Engagement – trotz der Anfeindungen, denen er deswegen immer wieder ausgesetzt war.

Das Migrationszentrum für die Stadt und den Landkreis Göttingen  ist eine Abteilung im Diakonieverband des Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen. In den Räumen in der Weender Straße engagieren sich die Mitarbeitende für Flüchtlinge aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen. Sie beraten und begleiten diese Menschen, bieten Bildungsveranstaltungen an und schaffen Begegnungsräume. In der Öffentlichkeit informieren sie und werben dafür, ihnen mit Verständnis für ihre Situationen zu begegnen. Die etwa 100 Ehrenamtlichen, die von den hauptamtlich Mitarbeitenden betreut und begleitet werden, erleichtern den Flüchtlingen das Ankommen bei uns und das Leben hier.
Der Edith-Stein-Kreis würdigt diesen großen, ganz praktischen Einsatz des Migrationszentrums für Menschen, die sich gezwungen sahen, ihre Heimat zu verlassen.

Göttingen, 10. Mai 2015

Heiner J. Willen 
Vors. des Edith-Stein-Kreises e.V. 


2013- Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., 
            (Texte und Fotos der Preisverleihung)

Prof. Dr. Rita Süssmuth, hat die Grenzen, die die Gesellschaft und die Politik Frauen setzten und setzen, nie akzeptiert. Wie Edith Stein ist sie zutiefst davon überzeugt, dass man sich zur Wehr setzen muss, wenn Frauen einseitig auf Rollen festgelegt, diskriminiert oder ausgegrenzt werden. Grenzüberschreitend hat Rita Süssmuth sich in Politik, Gesellschaft und Kirche für Frauen eingesetzt und sich damit im Sinne Edith Steins in hervorragender Weise ausgezeichnet und bewährt.
Für Generationen von Frauen in Deutschland ist sie ein Vorbild in ihrem Einsatz für Gleichberechtigung in allen Bereichen unserer Gesellschaft.

Göttingen, 01. Juli 2013

Heiner J. Willen  
Vors. des Edith-Stein-Kreises e.V.  

 

2011- Dr. h.c. Henry G. Brandt, Landesrabbiner em.  
       (Texte und Fotos der Preisverleihung)

Das Kuratorium des Edith-Stein-Kreises hat einstimmig Landesrabbiner em. Dr. h.c. Henry G. Brandt, zur Zeit Rabbiner in Augsburg, zum Preisträger 2011 gewählt. Es würdigt damit sein herausragendes Engagement im interreligiösen Dialog vor allem mit Christen, aber auch Muslimen. Rabbiner Brandt hat daran mitgewirkt, die Grenzen, die Religionen über Jahrhunderte aufgebaut haben, zu überschreiten und sich als Brückenbauer in hervorragender Weise ausgezeichnet und bewährt. 

Seit 1985 setzt er sich als jüdischer Präsident des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich – Jüdische Zusammenarbeit unermüdlich für die Verständigung zwischen Christen und Juden ein. Auch in der Zeit der Diskussionen um die neue Fassung der Karfreitagsfürbitte 2008 hat er den Gesprächsfaden zur katholischen Kirche nicht abreißen lassen und beim Osnabrücker Katholikentag mitgearbeitet. Er wirkt seit langem mit als Mitglied des Gesprächskreises Juden – Christen im ZdK und bei den jährlichen Gesprächsrunden Rabbiner – (ev. und kath.) Bischöfe in Deutschland. Als zuständiger Landesrabbiner in Niedersachsen (1983 – 1995) hat er dazu beigetragen, dass die Jüdische Gemeinde Göttingen 1994 neu gegründet werden konnte. 

Henry Brandt wurde am 25. September1927 in München geboren. Sein Geburtsname ist Heinz Georg Brandt. 1939 floh er kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit seiner Familie nach Palästina. Nach dem Militärdienst in Israel studierte er in Belfast Wirtschaftswissenschaften und arbeitete anschließend bei der Fa. Ford. Ende der 1950er Jahre begann er ein Rabbinatsstudium am Leo-Baeck-College in London, das er 1961 mit dem Rabbinerdiplom abschloss. Danach leitete er jüdische Gemeinden in Leeds, Genf, Zürich und Göteborg. 1983 übernahm Brandt das Amt des Landesrabbiners für Niedersachsen mit Sitz in Hannover. Ab 1995 war er zehn Jahre Landesrabbiner von Westfalen-Lippe in Dortmund, bis er nach Augsburg wechselte. Der Geistliche ist jüdischer Präsident des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz.

Heiner J. Willen
Vorsitzender des Edith-Stein-Kreises e.V.

2009- Schwester Karoline Mayer (Santiago/Chile)  
          (Texte und Fotos der Preisverleihung)

Der Göttinger Edith-Stein-Kreis würdigt mit dem Edith-Stein-Preis 2009 das Lebenswerk von 
Sr. Karoline Mayer
(Santiago/Chile), die sich seit über 40 Jahren zunächst in Chile, später auch in Bolivien und Peru solidarisch der Ärmsten der Armen annimmt. 

Inspiriert durch die Theologie der Befreiung hat Sr. Karoline in ihrem Leben nationale, kulturelle und gesellschaftliche Grenzen überschritten und lebt als Christin und Gründerin der Schwesterngemeinschaft ‚Comunidad de Jesús’ sowie als Seelsorgerin einer Basisgemeinde überzeugend die frohe Botschaft des Evangeliums im Dienst an den Armen.

Während der Zeit der Militärherrschaft Pinochets in Chile blieb sie als Ordensfrau an der Seite der Armen, kämpfte für die Menschenrechte und nahm teil am passiven Widerstand gegen die Diktatur.

Im Dienst für die Grundrechte der Armen und die Anerkennung ihrer Würde führt Sr. Karoline Menschen in ökumenischer Geschwisterlichkeit zusammen. Ausgehend von den konkreten Bedürfnissen der Armen und in der Zusammenarbeit mit ihnen schuf sie mit der Gründung der Fundación Cristo Vive Grundlagen für ein Leben in Gerechtigkeit und Solidarität.

            

2007- Schwesterncommunität der Christusbruderschaft Selbitz  
            (Texte und Fotos der Preisverleihung)

Der Edith-Stein-Preis 2007 wurde verliehen an die Schwestern der Communität Christusbruderschaft Selbitz im Kloster Wülfinghausen.  
Als evangelische Ordensgemeinschaft leben die Schwestern eine ökumenische Spiritualität, die sich aus evangelischen und katholischen Quellen speist.
Sie sind eine Frauengemeinschaft, die zur Verlebendigung der Kirche und der Gesellschaft beiträgt, und  haben ein ehemaliges Augustinerinnen-Kloster mit evangelischem Ordensleben wiederbelebt.  

Die Preisverleihung war am 18.11.2007 Alten Rathaus, Göttingen.   
Selbstdarstellung auf deren Internetseiten: 
http://www.kloster-wuelfinghausen.de/    oder auch  
http://www.christusbruderschaft.de/  
   

2005- Bischof em. Dr. Josef Homeyer / Hildesheim  
            (Texte und Fotos der Preisverleihung)

Bischof von Hildesheim (1983-2004), 
Mitglied der Kommission der Bischofskonferenzen der EU (ComECE) (seit 1990, Präsident seit 1993), 
Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz (1972-1983). Auszeichnung für seine Bemühungen um Versöhnung mit Osteuropa und um Verständigung mit der Orthodoxie. 
(verstorben 2010)

2003- Bruno-Hussar-Stiftung, / Sankt Augustin

Sie fördert das Lernen des friedlichen Zusammenlebens von Juden, Christen und Muslimen in dem Land, das von allen drei Religionen als "heilig" bezeichnet wird.
Würdigung der Versöhnungsarbeit des Dominikaterpaters Bruno Hussar (1911-1996), Gründer des Friedensdorfes "Neve Shalom / Wahat al Shalom" (Oase des Friedens).
Auszeichnung für Bemühungen um Frieden im Heiligen Land.

2001- Maximilian-Kolbe-Werk e. V. / Freiburg i. Brg. 

Hilfswerk für ehemalige KZ-Häftlinge und Ghetto-Überlebende,
Versöhnungsarbeit seit 1964/1973 im Verhältnis zum polnischen Volk,
inzwischen mit Ausdehnung auf weitere Länder Osteuropas,
Auszeichnung für diese Arbeit.

1999- Prof. Dr. Leonore Siegele-Wenschkewitz / Arnoldshain

Direktorin der Ev. Akademie Arnoldshain (1996-1999),
außerplanmäßige Professorin der J. W. Goethe-Universität Frankfurt a.M. / Fachbereich Evangelische Theologie (1997-1999),    
Auszeichnung für ihre Bemühungen um die christlich-jüdische Verständigung. 
(verstorben 1999).

1997- Prof. Dr. Joop Bergsma / Hildesheim 

Dechant des Dekanates Göttingen (1976-1986),
Propst und Regionaldechant von Hannover (1986-1996),
Vorsitzender der Diözesankommission zur Förderung der Ökumenischen Arbeit (1986-1997)
Auszeichnung für seinen Einsatz in der Ökumene. 
(verstorben 2011 - Nachruf hier)

1995- Prof. Dr. Eduard Lohse / Göttingen

Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (1971-1988),
Abt von Kloster Loccum (1977-2000),
Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (1979-1985),
Auszeichnung für seine Bemühungen in der Ökumene.